Projekte


Asya Fateyevas künstlerische Vielfalt spiegelt sich in einer ganzen Reihe von Konzertprogrammen und Ensembles wider, die ihr sehr am Herzen liegen.

Konzertprogramme

„Trialog“ Saxophon – Akkordeon - Violoncello

Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach BWV 988 plus Werke von Astor Piazzolla, Manuel de Falla und andere. 

 

Bachs berühmte Goldberg-Variationen bekommen ein aufregend anderes Klanggewand, wenn der Original-Klaviersatz für Saxophon, Violoncello und Akkordeon arrangiert ist. Der Cellist Eckart Runge hat dieses Arrangement vorgenommen. „Für mich ist hiermit ein Traum in Erfüllung gegangen“, erzählt Asya Fateyeva.

Das Trio hat die Goldberg-Variationen 2019 beim MDR-Musiksommer aufgeführt, kombiniert mit Musik von Domenico Scarlatti, Manuel de Falla und Astor Piazzolla.

 

Die Saxophonistin Asya Fateyewa, der dänische Akkordeonvirtuose Andreas Borregaard und der Cellist Eckart Runge, Gründungsmitglied des Artemis Quartetts, der nach dreißig Jahren im Ensemble nun eigene künstlerische Wege geht: Diese drei verbindet die Liebe zur klassischen Kammermusik ebenso wie eine unbändige Neugier über den Tellerrand Ihres instrumentalen Repertoires hinauszuschaue. Dabei wollen sie dieses immer wieder neu beleuchten und mit Leben erfüllen.

 

So haben sich die drei Künstlerpersönlichkeiten zusammengefunden, um ihre Instrumente, die alle eine außergewöhnliche Geschichte haben, sich in einem Trialog der Farben, Kulturen und Genres begegnen und vereinen zu lassen.   

 

Ins musikalische Zentrum dieser Begegnung haben Fateyeva, Borregaard und Runge eine eigene Bearbeitung der berühmten Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach gestellt. Das Werk umfasst 30 Variationen über eine Arie und ihrer harmonischen Basslinie, vom Schöpfer ursprünglich in ironischem Understatement als „Clavierübung“ betitelt, ist ein kunstvoll durchgearbeitetes Kaleidoskop von Kontrapunktik, Tanzformen, barockem Groove und einem Kosmos an menschlichen Gefühlen (Affekten), die bei aller Komplexität und transzendentalen Tiefe auch den Bezug zum irdisch Lustvollen wahrt. 

 

Die Goldberg-Variationen wurden schon häufig für verschiedene Instrumentalensembles arrangiert. Das Arrangement von Eckart Runge für Saxophon, Akkordeon und Violoncello tariert die Klangcharakteristiken reizvoll aus: Das helle Sopransaxofon - klanglich zwischen Bachtrompete und Jazz -. das Akkordeon als agiles, mit der Orgel im Grunde verwandtes und zugleich klassisches Volksmusikinstrument und das Cello, das gleichermaßen zu menschlichem Gesang wie Bassfundament fähig ist. Runges Arrangement unterstreicht auf eine überraschend neue klangliche Weise die unterschiedlichen Dimensionen von Bachs Meisterwerk.

 

Im Programm wird dieser Trialog durch Werke von Manuel De Falla und Astor Piazzolla kontrastreich abgerundet, die jeweils die populäre Musik ihrer Kulturen zu einer eigenen Kunstmusik sublimiert und dadurch auch neue, grenzüberschreitende Wege beschritten haben. Astor Piazzolla hatte darüber hinaus einen besonderen Bezug zur Musik Bachs, dessen tiefe Spiritualität und komplexe Polyphonie in seine eigene Musiksprache und damit den Tango Nuevo geprägt haben.

Musik der 1920er-Jahre

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und kurz bevor die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs über die Menschheit hereinbrach, wodurch sich alles für immer veränderte – in dieser Zeit widmeten viele Komponisten ihre Werke dem relativ neu aus Frankreich erschienenen Saxophon. Vom Belgier Antoine Joseph Sax, auch bekannt als Adolphe Sax, Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden, erklingt es in diesem Programm in unterschiedlichen Kammermusikbesetzungen.

„Gerade das Werk von Adolf Busch ist für mich eine Entdeckung. Adolf Busch knüpft hier einerseits an die Klangwelten eines Johannes Brahms an, andererseits setzt er das Saxophon ganz pur ein wie ein weiteres Streichinstrument“, erzählt Asya Fateyeva begeistert. „Ebenso gehen Anton Webern und Paul Hindemith vor – diese Originalwerke für Tenorsaxophon sind etwas Besonderes.“ 

Erwin Schulhoff: Hot-Sonate für Altsaxophon und Klavier, bearbeitet für Streicher, also für Altsaxophon und Streichquartett (entstanden 1928 – Länge: 15´)

 

Adolf Busch: Quintett Op. 34 (Altsaxophon, Streichquartett) (entstanden 1925 – Länge: 20´)

 

Ernst Krenek: Jonny´s Suite (Altsaxophon, Streichquartett, Klavier) (entstanden 1927 – Länge: 7´)

 

Anton Webern: Quartett Op. 22 (Violine, Klarinette, Tenorsaxophon, Klavier) (entstanden 1928-1930 – Länge: 7´)

 

Paul Hindemith: Trio Op. 47 (Tenorsaxophon, Viola, Klavier) (entstanden 1928 – Länge: 14´30’’) 

 

Kurt Weill: Dreigroschen Suite (Altsaxophon, Streichquartett, Klavier) (entstanden 1928 – Länge: 11´)

Im Februar 2019 im Sendesaal Bremen aufgenommen, erscheint die CD dieses Programms als CD bei Berlin Classics im Februar 2020. Mit folgender Besetzung:

 

Asya Fateyeva – Saxophon


Shirley Brill – Klarinette


Stepan Simonian – Klavier


Florian Donderer / Emma Yoon – Violinen


Yuko Hara – Viola


Tanja Tetzlaff – Violoncello

50 Shades of Purcell

Henry Purcell war nie passé. Seine Bühnenmusiken, Sololieder, Folksongs und Balladen verteidigen beharrlich ihren Spitzenplatz im Kanon der britischen Kompositionskunst. Die Schaffensfülle seines nur 36 Jahre währenden Lebens hat seit dem 17. Jahrhundert an Inspirationskraft nichts verloren. Was lässt sich dem noch hinzufügen?

Vieles! Schon mit dem Erfolgs-Programm Swinging Purcell hat die lautten compagney bewiesen, dass selbst im Populärsten noch Entdeckungen möglich sind – mit durchweg hymnischer Resonanz bei Publikum und Presse („Ein faszinierendes Soundexperiment“, „Purcell mit großem Schwung und Farbenreichtum“, „Purcell vertraut und neu zugleich, mit barocker Liebessehnsucht, klagendem Schmerz, frechem Schabernack“). Nicht zuletzt die Solo-Klarinette brachte den Swing in die Alte Musik. Ein Purcell als barocker Zeitgenosse.

50 Shades of Purcell setzt diese Erkundung fort – und fächert noch mehr ungekannte Facetten des Orpheus britannicus auf. Wieder ergänzt die lautten compagney ihre Besetzung um ein Instrument, das es zu Schaffenszeiten Purcells nicht gab, das aber wie gemacht für seine phantasieschäumenden Kompositionen klingt: das Saxophon.

Shooting-Star Asya Fateyeva, bereits vielfach preisgekrönte Saxophonistin, durchdringt zusammen mit dem Berliner Ensemble ein Schwarzweiß der Purcell-Rezeption und findet feinere, vielfältigere Schattierungen. Die gebürtige Ukrainerin, die bereits mit etlichen namhaften Orchestern zwischen Wien und Istanbul gespielt hat und als erste Frau überhaupt beim belgischen Concours International Adolphe Sax ausgezeichnet wurde, sorgt für den Jazz im Barock.

Mit speziell für dieses Programm arrangierter Purcell-Musik starten die Solistin und die lautten compagney in ein Konzert, das Werke wie „The History of Timon of Athens“, „King Arthur or the British Worthy“, „The History of Dioclesian“ oder die Shakespeare nachempfundene „Fairy-Queen“ im wahrsten Sinne unerhört klingen lässt.

“Oh! That Sax!”

„Die Freiheit der Improvisation, die liebe ich und ich habe sie für mich entdeckt durch die Begegnungen mit Markus Stockhausen und dem Pianisten Svetoslav Karparov!“ So Asya Fateyeva. „Mit Karparov habe ich ein Salonkonzert gespielt und das gemeinsame Improvisieren war sehr aufregend für mich.“ Ihre Liebe zum Jazz hat Asya Fateyeva gemeinsam mit Valeriya Myrosh weiter entwickelt in der Begegnung mit Jazz-Profis wie Anna-Lena Schnabel und Florian Weber. Davon zeugt das Programm „Oh! That Sax!“

 

„Als wir uns das erste Mal getroffen haben, wussten wir erst nicht, wie wir zusammen Musik machen könnten“, erinnert sich Asya Fateyeva. Doch dann sind tolle Dialoge entstanden. Ich habe Werke aus meinem Repertoire mitgebracht, die vom Jazz inspiriert sind. Die beiden Jazzer haben daraus Loops entwickelt, auch Dialoge. Dann gab es natürlich radikale Kontraste. Florian Weber hat auch ein Vorspiel entwickelt für die Vocalise von Sergei Rachmaninow. So einen Austausch – davon kann es gern noch mehr geben.“ 

Asya Fateyeva - klassisches Saxophon

Valeriya Myrosh - Klavier

Anna-Lena Schnabel - Jazz Saxophon

Florian Weber - Klavier

Lani Tran-Duc - künstlerisch visuelle Beratung

Adolphe Sax, geboren am 6. November 1814 in Dinant, Belgien. Studierte Klarinette, Flöte und Gesang. 1842 zog er nach Paris, im Gepäck ein neues Instrument, das Saxophon (Sopran). Er baute acht verschiedene Saxophon-Arten: Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Kontrabass, Subkontrabass. Seine Werkstatt mit zeitweilig 100 Mitarbeitern soll über 20000 Instrumente gebaut haben. Trotzdem musste Sax mehrfach Konkurs anmelden und starb 1894 verarmt in Paris.


Die Musikerinnen spielen Saxophon einzeln, zusammen, inspirieren einander. Sie improvisieren, spielen wie’s in den Noten steht. Die Klavierpartner spielen für beide. Bald kennen wir das Saxophon besser, seinen Reiz, seine musikalische Botschaft, seine Bandbreite!

Ensembles

Barock-Duo Luise Enzian (Harfe) & Asya Fateyeva (Saxophon)

Zu improvisieren auf dem Saxophon – diese Art des Musizierens hat Asya Fateyeva auch durch die Auseinandersetzung mit frühbarocker Musik und mit Kompositionen aus der Renaissance für sich entdeckt. „Mir gefällt diese sehr lebendige Musik“, sagt sie.

Im Italien der Barockzeit entwickelte sich etwa der so genannte Stylus Phantasticus: ein dramatisches Spiel auf Grundlage von frühbarocker Improvisation. Girolamo Frescobaldi, Giovanni Pandolfi und Johann Jakob Froberger zählen zu den frühen Vertretern dieses Stils im 16. und 17. Jahrhundert. Die Barockharfenistin Luise Enzian und Asya Fateyeva auf dem Saxophon greifen diesen ebenso freien wie virtuosen Stil auf, wenn sie Werke wie „Die Verkündigung“ von Heinrich Ignaz Franz Biber und Kompositionen von Giovanni Antonio Pandolfi Mealli spielen. Freie Improvisationen über Bassmodelle von Komponisten wie Ascanio Mayone und Johann Jakob Froberger für Harfe solo ergänzen das Programm. Hier verknüpfen die beiden Musikerinnen kurze, sehr unterschiedliche und teilweise dissonant-bizarre Figuren auf originelle Weise miteinander. Dafür verwenden sie Ostinato-Strukturen, über denen die Soloinstrumente, ähnlich wie in der heutigen Improvisationspraxis des Jazz, komplexe Kontrapunkte entwickeln.

 

Mehr →

Duo Sebastian Küchler-Blessing (Orgel) und Asya Fateyeva (Saxophon)

„Die Orgel ist für mich wirklich die Königin der Instrumente“, schwärmt Asya Fateyeva. „Man kann so viel machen – diese ganze Palette an Klangfarben und wie Sebastian Küchler-Blessing die Register mischt: Das ist sehr inspirierend für mich als Saxophonistin! Und die Klänge beider Instrumente mischen sich sehr gut.“ Gerade wenn ein erfahrener und virtuoser Organist spielt wie der Essener Domorganist Sebastian Küchler-Blessing.

Johann Sebastian Bach: Konzert g-moll BWV 1056 – daraus:

1. ohne Satzbezeichnung

2. Largo

3. Presto

 

Doppelimprovisation La Follia für Saxophon und Orgel

 

Sergej Rachmaninov: 14 Romanzen op. 34 – daraus: Vocalise

 

Nikolaj Rimskij-Korsakov: Oper „Das Mädchen vom Zaren Saltan“ – daraus: Hummelflug

 

Charles Marie Widor:  5. Orgelsymphonie f-moll op. 42, Nr. 1 – daraus: 5. Toccata

 

Paul Bonneau: Caprice en Forme de Valse

 

Denis Bédard Sonatine I für Altsaxophon und Orgel – daraus: 

1. Invention

2. Barcarolle

3. Humoresque

 

William Albright Sonate für Saxophon und Orgel – daraus: 

2. La Follia nuova: a lament for George Cacioppo Largo (Chaconne)

3. Scherzo „Will o‘ the wisp“

4. Recitative and Dance

 

Trio Romantique

Altsaxophon, Flügel und Violine: In dieser ebenso ungewöhnlichen wie fesselnden Besetzung spielt Saxophonistin Asya Fateyeva gemeinsam mit der Pianistin Valeriya Myrosh und dem Geiger Florian Donderer im Trio Romantique. Das Repertoire umfasst u.a. Robert Schumanns „Märchenerzählungen“, außerdem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (Kegelstatt Trio), Adolf Busch (Suite) und Max Bruch (Acht Stücke op. 83).

„Für mich ist diese Trio-Erfahrung sehr wichtig“, sagt Asya Fateyeva, „weil sie mir zeigt, dass alles geht mit Saxophon. Keinem Instrument gehört die Musik!“ 

 

Trio Romantique Programm →

Trio Asaya Fateyeva (saxophone), Eckart Runge (violoncello), and Jacques Ammon (piano)

Gemeinsam mit dem Duo Eckart Runge am Cello und Jacques Ammon am Klavier hat Asya Fateyeva erste Auftritte absolviert. „Es hat so viel Spaß gemacht. Diese Zusammenarbeit werden wir weiter entwickeln.“ So die Saxophonistin.